Obstruktive Schlafapnoe-Syndrom

Eine der häufigsten organisch begründeten schlafbezogenen Atmungsstörung, welche momentan etwa 5 Millionen behandlungsbedürftige Patienten betrifft, ist das Schlafapnoe-Syndrom. Dieses Syndrom, welches in die Gruppe der Tagesschlafstörungen eingeordnet wird, wird vor allem durch ein Beschwerdebild geprägt, welches durch Atemstillstände (so genannten Apnoen), welche während des Schlafs verursacht werden; einer ausgeprägter Tagesmüdigkeit bis hin zum Einschlafzwang (welcher vielen auch unter dem Begriff ‚Sekundenschlaf’ sehr bekannt ist) und weiteren Symptomen sowie Folgeerkrankungen gekennzeichnet wird. Ebenso ist Konzentrationsstörung ein sehr häufig aufkommendes und durch das Schlafapnoe-Syndrom verursachtes symptomatisches Phänomen – oft kommt es auch vor, dass diese Krankheit mit einer Narkolepsie einhergeht, welche ebenso als Tagesschlafstörung klassifiziert wird.

Das obstruktive Schlafapnoe-Syndrom

Prinzipiell unterscheidet man zwei verschiedene Arten von Apnoen – den obstruktiven und zentralen Apnoen. Wenn bei einem Patienten beiden Formen vorkommen, wird von einem gemischten Apnoesyndrom gesprochen. Die häufigsten und am Meisten verbreitete Form des Schlafapnoe-Syndroms, ist das obstruktive Schlafapnoe-Syndrom, auch unter OSAS bekannt. Als bekannte direkte Ursache wird eine starke Entspannung der ringförmigen Muskulatur um die oberen Atemwege im Schlaf beschrieben. Durch diesen Prozess ist es der Luftröhre nicht mehr möglich, dem beim Einatmen entstehenden Unterdruck ausreichend Widerstand entgegenzusetzen, dadurch fällt die Luftröhre zusammen und es kommt zu einer Obstruktion der Atemwege. Eine Obstruktion (auch Verschließung genannt) bezeichnet in der Medizin den vollständigen Verschluss eines Hohlorgans durch Verlegung, Verstopfung oder Kompression (Einengung durch einen äußeren Faktor).

Krankhafte Atemstillstände dauern länger als zehn Sekunden an, wodurch es zu einem Abfall des Sauerstoffgehaltes des Blutes kommt (auch Hypoxämie genannt). Dieser führt oft zu einer Mangelversorgung des menschlichen Gewebes und als Auswirkung kommt es zu einer Weckreaktion des Körpers, aufgrund welcher die Atmung anschließend wieder einsetzt – an diesen Prozess erinnert sich der Narkolepsie Patient oftmals nicht, da dieser mehrmals während einer Schlafperiode eintritt. Die physiologische Struktur des Schlafs wird zerstört und dir Erholungsfunktion behindert. Fällt der obere Teil der Luftröhre nur teilweise zusammen, so kommt es zu einer Reduzierung des Atemvolumens, welche medizinisch auf Hypopnoen genannt werden. Auch hierbei sinkt im Endeffekt der Sauerstoffgehalt im Blut, jedoch nicht so stark wie bei Apnoen. Gemessen wird die Anzahl an Apnoen und Hypopnoen pro Stunde mit dem so genannten Apnoe-Hypopnoe-Index (AHI) und hilft bei der Analyse des Schweregrades eines obstruktiven Schlafapnoe-Syndroms. . Ein AHI von unter 5 gilt als normal; von 5 bis 14 als leichtes; von 15 bis 29 als mittelschweres und ab 30 als schweres Schlafapnoe-Syndrom.

Beim Zusammenfallen der oberen Atemwege entstehen Schnarchgeräusche, sodass Patienten des obstruktiven Schlafapnoe-Syndroms faktisch immer starke Schnarcher sind. Bei Schnarchern mit starker Tagesmüdigkeit besteht daher dringender Verdacht auf ein obstruktives Schlafapnoe-Syndrom. Alleine in Deutschland sind 1-2 % der Frauen und 2-4 % der Männer im mittleren Lebensalter vom obstruktiven Schlafapnoe-Syndrom betroffen, also sind das etwa 800.000 Menschen. Häufig löst die OSAS auch zentrale Atemaussetzer aus, sodass auch die gemischte Form sehr häufig ist.

Risikofaktoren

Eine rein zentrale Form der Apnoe ist sehr selten. Durch Schäden im zentralen Nervensystem (ZNS) wird die Atemmuskulatur nicht ausreichend genug gesteuert und so ‚vergisst’ das Gehirn zu atmen. Die zentrale Apnoe ist meist erblich bedingt, kann aber auch aus neurologischen Schädigungen resultieren. Das obstruktive Schlafapnoe-Syndrom selbst hat keine vereinzelten Ursachen aber folgende Risikofaktoren können ein obstruktives Schlafapnoe-Syndrom begünstigen:

  • Angeborene Fehlbildung und Fehlstellungen des Unterkiefers
  • Vergrößerung der Weichteile (zum Beispiel der Zunge)
  • Alkoholkonsum, Schlafmittelkonsum, Nikotin, Ecstasy
  • Vergrößerte Rachenmandeln
  • Eventuell auch eine Behinderung der Nasenatmung durch Polypen oder Nasenscheidewandverkrümmung
  • Übergewicht
  • Konstitutionelle Erschlaffung der Rachenmuskulatur

Symptome des obstruktiven Schlafapnoe-Syndroms

  • Mundtrockenheit beim Erwachen
  • Tagesmüdigkeit, Einschlafneigung am Tag
  • Durchschlafstörungen
  • Nächtliches Schwitzen
  • Schwindel, vor allem nach dem Aufstehen
  • Apnoe von mindestens 10-Sekunden bis Minutendauer
  • Vermehrter Harndrang während des Schlafs/ nächtliches Wasserlassen
  • Sekundenschlafattacken/ imperativer Schlafdrang, teils ohne Warnsignale
  • Depressive Verstimmung
  • Unruhiger Schlaf
  • Impotenz, erektile Dysfunktion
  • Konzentrationsstörungen bis hin zu Gedächtnisstörungen

Folgeerscheinungen des obstruktiven Schlafapnoe-Syndroms

Folgeerscheinungen eines unbehandelten obstruktiven Schlafapnoe-Syndroms sind meist weitere chronische Gesundheitsstörungen auf, verstärkt zumeist Herz-Kreislauferkrankungen wie Bluthochdruck, Herzinfarkte und Schlaganfälle – oftmals tritt gerade bei einer unbehandelten OSAS ein Herztod sehr wahrscheinlich auf. Beschrieben sind auch Depressionen und das gehäufte Auftreten von Stress-Erkrankungen wir Magengeschwür, Tinnitus und Hörsturz, aber auch die Diabetes mellitus, Typ 2 wird seit dem Jahr 2002 immer häufiger in Zusammenhang mit OSAS gebracht.